Montag, der 25. Oktober 2021

Stadtteilarchiv

Wo und Wer?

Das Stadtteilarchiv wurde vom Kontaktbereichsbeamten Herrn Thomas Schulz als Hobby angelegt. Seit seinem Ausscheiden aus dem Dienst im Januar 2020 beherbergt der FLAIS e.V. die Sammlung. Es hat sich eine Gruppe Engagierter Menschen gefunden, die das Archiv bearbeiten und pflegen möchten. Mehr hier.

Straßennamen: Wer war Lotte Lemke?

Mit Lotte Lemke konnte die AWO auch während des 2. Weltkrieges Kinder und Jugendliche versorgen. Sie baute mit Hilfe von die AWO nach 1945 schnell wieder auf Lotte Lemke konnte gut Netzwerke knüpfen, Menschen mit miteinander verbinden, organisiert und strukturiert sein. Nach dem Krieg baute sie mit anderen (Marie Juchacz) die AWO und das Müttergenesungswerk wieder auf. Sie organisierte u. a. Ausbildungen für junge Frauen zu Krankenschwestern. Erst war sie die Vorsitzende des Verbandes in Hannover und und wurde dann durch ihre beharrliche Art, ihre Fähigkeit alle Fäden in der Hand zu behalten und ihre Ausdauer zur ersten weiblichen Geschäftsführerin des Hauptausschusses der AWO in Berlin. Sie war auch in schwierigen Zeiten immer da und wurde ebenso bewundert, wie gefürchtet. Sie erhielt viele Auszeichnungen/Orden für ihr Wirken. 

2018 erschien ein Buch über sie: "Mit den Fäden fest in der Hand" von Lydia Struck

Die Lotte-Lemke-Straße liegt etwas versteckt. Sie wurde 2006 nach dem Abriss des Klingenthals benannt.

mehr Informationen & links zu Lotte Lemke auf wikipedia

Warum stellen wir hier nur die Straßen vor, die nach Frauen bennant wurden? Bis 1999 gab es in Hannover keine einzige davon! 

Was bedeutet „Vahrenheide“ ?

Im Süden von Hannover zeigen die Dorfnamen wie Kirchrode, Bemerode und Wülferode, dass dort Wald gerodet wurde, um diese Orte gründen zu können. Im Norden von Hannover dagegen ist der ursprüngliche Bewuchs in die Ortsnamen eingegangen. So finden wir Buchholz, Hainholz, Lahe (Lichtes Gehölz), Vahrenheide und Vahrenwald. Was sind nun „Vahren“? Es sind Föhren. Das Wort Föhre für den Nadelbaum mit dem botanischen Namen Pinus Sylvestris L. (Waldkiefer) hat sprachlich mehrere Entwicklungsstufen. Aus dem germanischen Wort Forhu wurde das althochdeutsche Foraha (750-1050) und das mittelhochdeutsche Vorhe (1050-1450). In diesem Zeitalter erfolgte die Benennung von Vorenwalde, dem Föhrenwald. Heute würde man bei uns Kiefernwald sagen.

Das Wort „Kiefer“ ist erst seit dem 16. Jahrhundert belegt. Kien, das Harz der Föhre, wurde früher als Kienspan zur Beleuchtung benutzt. Der Name „Kiefer“ könnte aus dem althochdeutschen Namen „Kienforha“ – Kienföhre – entstanden sein, sicher ist dieses aber nicht. Luther nannte in seiner Bibelübersetzung die Föhren noch Fohern (Jes. 41,19). Das niederdeutsche Wort für Föhren heißt „Fuhren“. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es die „Klein-Buchholzer Fuhren“, einen Kiefernwald der Klein-Buchholzer Bauern. In Groß-Buchholz gibt es heute noch einen „Fuhrenplan“ als Straßennamen. Neben diesem niederdeutschen = plattdeutschen Namen gibt es in Klein-Buchholz aber zur selben Zeit den Gasthof mit dem hochdeutschen Namen Föhrenhof.

Der Name Vahrenwald bedeutet also nicht „Vor-dem-Wolde“ (Vor dem Walde), sondern Kiefernwald. Von Vahrenwald abgeleitet, hat der Name Vahrenheide die Bedeutung von Heidefläche mit lockerem Kiefernbestand.

Prof. Dr. Gerhard Stoffert, Hannover                                                                                                         Quelle: Stadt-Anzeiger Ost & Nord 03.03.2016

Straßennamen: Wer war Emmy Lanzke?

Hier der link zu wikipedia, die auch erst 2017 einen Artikel zu Emmy Lanzke eingestellt haben. Das Foto stammt aus dem Buch von Siegfried Hebestreit (Text), Joachim Giesel et al. (Fotos): Für Mutter und Kind. Das Emmy-Lanzke-Haus in Hannover, Hannover : [Stadtverwaltung], Presseamt, 1968. Vorher (und anderswo) konnte ich nichts finden. 

Also: 

Die im Jahr 1900 geborene Namenspatin Emmy Lanzke engagierte sich schon als Jugendliche in der Sozialistischen Arbeiter-Jugend und nahm während der Weimarer Republik auch ihre Arbeit in der AWO auf. Sie war 1945 die erste Frau, die von den Britischen Militärbehörden in den Rat der Stadt Hannover berufen wurde. Parallel dazu gründete und leitete Emmy Lanzke ab 1945 den AWO Kreisverband Hannover und setzte sich besonders für Flüchtlinge ein. 

Sie war von Ratsfrau 1946-1961 im Nachkriegsrat Hannover und lange Vorsitzende des Sozialausschusses. Ab 1955 war sie Senatorin (wo ???). 1961 wurde sie mit der hannöverschen Stadtplakette ausgezeichnet. Das Emmy-Lanzke-Haus wurde als "Haus für Mutter und Kind" gebaut und ihr als Erinnerung für ihren Einsatz gewidmet. 

Der Emmy-Lanke-Weg ist der Weg durch den Grünzug und wurde 2002 benannt. 

Warum stellen wir hier nur die Straßen vor, die nach Frauen bennant wurden? Bis 1999 gab es in Hannover keine einzige davon! 

Die AWO in Vahrenheide

1967: AWO eröffnet das „Emmy-Lanzke-Haus“ – ein Wohnhaus für alleinerziehende Mütter.

1976: AWO errichtet ersten Beratungs- und Betreuungsdienst für Aussiedler in der Dunantstraße 5.

1995: Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen von Jugendlichen in Vahrenheide erhält AWO die Trägerschaft für „Streetwork“. 

(Quelle: 100-Jahre-AWO-Zeitstrahl)

Emmy-Lanzke-Haus

Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird an einem Ort im Stadtteil Vahrenheide der soziale Gedanke ganz besonders verfolgt: im Emmy-Lanzke-Haus. Der Grundstein wurde 1965 vom Rat der Stadt Hannover gelegt, die ein Haus für alleinstehende Mütter und ihre Kleinkinder schaffen wollte. Zwei Jahre später wurde der Bau in der Dunantstraße fertiggestellt. 1967 eröffnet die AWO das „Emmy-Lanzke-Haus“ – ein Wohnhaus für alleinerziehende Mütter, die gesellschaftlichen und familiären Diskriminierungen ausgesetzt waren und die erste Krippe (für Kinder unter einem Jahr) in der Dunantstraße. > Damals war die AWO der einzige Träger, der Kinder unter einem Jahr betreute. Die Bewohnerinnen konnten ihre Kinder in eine Krippe, Kindergarten oder Hort geben und eine Ausbildung fortsetzen oder beginnen.

Aus den Bausteinen Emmy-Lanzke-Haus und Schwangerschaftskonfliktberatung wurde in den 80iger Jahren ein Modellprojekt konzipiert, das dann um die Familienberatungsstelle und die Wohnungen für Alleinerziehende und die Kita Wiehbergstraße in Döhren erweitert wurde. Heute ist die Nachfolge Einrichtung das Carré Spierenweg im Stadtteil Hainholz. (Quelle: 100-Jahre-AWO-Zeitstrahl)

Das Emmy-Lanzke-Haus wurde 2004 von der Stadt an die Familie Dannenberg Immobilienhandel verkauft und saniert. Seit 2005 ist es als soziales Stadtteilzentrum VIZe - Vahrenheider Initiativ Zentrum (inklusive Altenwohnungen) wiedereröffnet.

Straßennamen: Wer war Margarete Hofmann?

Politikerin engagiert in sozialen Fragen

Zwischen Wartburgstraße und der Straße Sahlkamp zieht sich der Margarete-Hofmann-Weg entlang. Er erinnert an eine Politikerin, die sich stets für soziale Belange engagierte. Als Margarete Zimmermann wurde sie 1906 in Hildesheim geboren, wuchs bei Bielefeld auf und schloss sich früh der Arbeiterjugend an. Durch Heirat kam sie 1927 nach Hannover. Als ihr Ehemann 1933 aus politischen Gründen seine Stelle verlor, brachte sie ihre Familie mit einem kleinen Schneiderbetrieb in Ricklingen durch. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Margarete Hofmann eine der Frauen, die aktiv den vielen Menschen in Not beistehen wollten. 1946 half sie mit, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) neu zu gründen, die unter den Nazis verboten war. Von 1956 bis 1974 war sie für die SPD im hannoverschen Rat vertreten und leitete ab 1961 den Sozialausschuss. Margarete Hofmann gelang es, zahlreiche Einrichtungen für Kinder, Senioren und die damaligen „Gastarbeiter“ zu schaffen. Von 1959 bis 1980 war sie zudem Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Hannover-Stadt. Für ihre Verdienste erhielt sie den Ehrenring des hannoverschen Rates und das Große Niedersächsische Verdienstkreuz. Sie starb 1998 in Hannover. Margarete Hofmann lebte lange am Jenaer Weg und später an der Weimarer Allee. Ganz in der Nähe wurde sie 2002 mit dem nach ihr benannten Weg geehrt. Gerda Valentin

Warum stellen wir hier nur die Straßen vor, die nach Frauen bennant wurden? Bis 1999 gab es in Hannover keine einzige davon! 

Erzählcafé Vahrenheider Geschichte(n)

Hier die Berichte zu den bisherigen Vahrenheider Erzählcafés. Weiter geht´s am Sonntag, den 13.09.2015 um 14.30 Uhr. Als Zeitzeugin erzählt diesmal Fr. Hollweg von ihren Erlebnissen. Danach ist Zeit zum gemeinsamen Austausch.Wer sich erinnern und Nachbarn „neu“ kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen. Ebenso alle Menschen, die sich für Vahrenheider Geschichte(n) interessieren. Die Veranstaltung ist kostenlos und findet im Wohncafé in der Plauener Straße 28, 30179 Hannover statt.

Friedensskulptur

Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2011 „Zusammenhalten – Zukunft gewinnen“
wurden in Vahrenheide von der Ag Kaleidoskop und der Titus-Gemeinde verschiedenen Veranstaltungen zum Mitmachen angeboten. Das schöne Ergebnis des Workshops vom Freitag, den 23.09.2011 war am Platz der 4 Freunde zu sehen.

In die Friedensskulptur wurden unterschiedliche Symbole und Bezeichnungen für den Frieden eingearbeitet. So zeigte uns der Wegweiser ein kulturenübergreifendes gemeinsames Ziel für den größten Wunsch der meisten Menschen. Inzwischen wurde die Skulptur im Kulturtreff eingelagert.

Vahrenheide 2009

2009 veröffentlichte die Neue Presse eine Serie zu den Stadtteilen „So lebt Hannover“

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