Samstag, der 17. April 2021

Miterlebt

Krippenplätze

21.08.2014 / STADT-ANZEIGER NORD Seite 2 – VAHRENHEIDE. Nur knapp jedes zweite Kind zwischen einem und drei Jahren bekommt derzeit in Bothfeld-Vahrenheide einen Krippenplatz. Damit bildet der Bezirk das Schlusslicht unter den nördlichen Stadtteilen, wie eine im Juni veröffentlichte Erhebung der Stadt zeigt. Der Bedarf an weiteren Krippenplätzen ist offensichtlich. Umso verwunderlicher ist es jedoch, dass die evangelische Titus-Kirchengemeinde in Vahrenheide seit mehr als zwei Jahren auf eine Antwort der Stadt wartet, ob sie ihre Kitaplätze aufstocken darf. Das Schreiben ist auf den 15. Juni 2012 datiert. Eine knappe DIN-A4-Seite hat Bodo Kahle damals an das Jugend- und Sozialdezernat der Stadt Hannover geschrieben. Darin fordert der Pastor der Titus-Gemeinde die Kommune auf, eine mögliche Erweiterung der kirchlichen Kindertagesstätte um eine Betreuungsgruppe für Ein- bis Dreijährige zu prüfen. Eine Antwort erhielt Kahle bis heute nicht. Als Träger einer Tagesstätte bietet die Titusgemeinde derzeit insgesamt 108 Betreuungsplätze für Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren an. Die Hauptstelle der Einrichtung befindet sich in einem angemieteten Gebäude in der Plauener Straße. Für diesen Standort sollte die Stadt überprüfen, ob die Räumlichkeiten für etwaige Umbaumaßnahmen geeignet sind, um die Kita schließlich um eine Krippengruppe erweitern zu können.

Tatsächlich ist der Bedarf an Kitaplätzen in Vahrenheide und Bothfeld hoch, wie die Statistik der Stadt zeigt. Nur 49,4 Prozent der hier lebenden Kleinkinder können in einer Kita betreut werden. Im Bezirk Nord sind es dagegen 72,1 Prozent. Für Cornelia Holtz, die dem Kita-Ausschuss der Titusgemeinde angehört, besteht daher deutlich Nachholbedarf. „Eine Kita ist auch eine Bildungseinrichtung“, sagt sie. Dass die Stadt Hannover dies ähnlich sieht, scheint unbestritten. Immerhin will sie bis zum Jahr 2017 insgesamt 34 Millionen Euro für den Ausbau von Kita-Plätzen ausgeben. Im Norden Hannovers sollen 569 neue Betreuungsplätze entstehen. Umso verwunderlicher ist es, dass sich die Stadt zu den Erweiterungsplänen der Titus-Gemeinde so lange in Schweigen hüllt. Vor Kurzem nun, hat die Titus-Gemeinde auf informellem Weg erfahren, dass eine Erweiterung ihrer Tagesstätte nicht zustande kommen wird. Auf Nachfrage erklärte die Stadt, dass im Falle eines Umbaus des Kita-Gebäudes bestimmte Verordnungen wie etwa die Barrierefreiheit nicht mehr erfüllt seien. Pastor Kahle gibt zu, dass das Projekt von vornherein wenig Aussicht auf Umsetzung hatte. „Sicherlich ist dies nicht das ideale Gebäude“, räumt er ein. Enttäuscht sind sie in der Gemeinde vielmehr über die mangelnden Informationspolitik der Stadt. Selbst nach mehrmaligem Nachfragen, einem Ortstermin und einer Diskussionsrunde hat die Gemeinde bis heute keine eindeutige Antwort von der Stadt erhalten. Stadtsprecherin Konstanze Kalmus sagt dazu: „Die Stadt Hannover bedauert, dass eine schriftliche Rückmeldung an die Titus-Kirchengemeinde noch nicht erfolgt ist.“ Für Pastor Kahle und Holtz ist dies ein schwacher Trost angesichts des langen Schweigens. „Wir hätten wohl penetranter sein können“, sagt Kahle, und meint damit pausenloses Hinterhaken bei der Stadt. „Das aber“, fügt er mit einem Schmunzeln hinzu, „ist eigentlich nicht unsere Art.“

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